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Von der Normalisierung zur Gestaltung

Der SFB 1567 startet in die zweite Förderphase

Virtualität ist Alltag – und gestaltbar. Mit der zweiten Förderphase nimmt der SFB 1567 die nächsten Schritte: Wir bündeln geistes-, sozial- und kulturwissenschaftliche Expertise, entwickeln die Virtuelle Universität weiter und öffnen Räume für den Dialog.

01. Juli 2026

Der Sonderforschungsbereich 1567 »Virtuelle Lebenswelten« startet mit Rückenwind in die nächsten vier Jahre. Nach der Bewilligung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) rücken wir die aktive Mitgestaltung virtueller Lebenswelten in den Fokus – jenseits eines rein technischen Verständnisses von Virtualität und abseits eindimensionaler Digitalisierungserzählungen. Unser Ansatz bleibt interdisziplinär: Mit breiter geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlicher Expertise erforschen über 60 Wissenschaftler*innen und Mitarbeiter*innen – davon 36 Early Career Researchers – in 20 Teilprojekten an Ruhr-Universität Bochum, TU Dortmund und Universität Duisburg-Essen, wie Virtualität kulturelle und soziale Bedingungen prägt und lebensweltliche Erfahrungen neu ordnet.

In der ersten Förderphase haben wir sichtbar gemacht, wie tief Virtualität in Kommunikation und Wissenstransfer, Körper- und Affektpraktiken, gesellschaftliche Aushandlungen, ökonomische Strukturen, Sprache, Subjektivierungen und Formen des Zusammenlebens hineinwirkt – auch mit Blick auf vordigitale Konstellationen in Kunst-, Medien- und Erinnerungspraxen. In der zweiten Förderphase konzentrieren wir uns auf weitere konkrete Felder: das Verhältnis von individuellen Komfortzonen und gemeinsamen Erfahrungsräumen; die Verschränkung verkörperten Lernens mit globalen Daten- und Medieninfrastrukturen; das Zusammenspiel von Erinnerungsorten und medialen Inszenierungen. Dabei analysieren wir, wie sich Hochschule, Arbeitswelt und politische Aushandlungen neu ordnen und wo künstlerische Entwürfe Fragen nach Zugang, Verantwortung, Transparenz und Teilhabe aufwerfen – auch unter dem Einfluss von KI. Virtualität verstehen wir dabei nicht als reibungsloses Werkzeug, sondern als Praxis, die Möglichkeiten eröffnet und zugleich Grenzen und Ambivalenzen sichtbar macht.

Unsere Formate in den kommenden Jahren bringen Forschung und Öffentlichkeit zusammen. Neben zahlreichen Workshops setzen wir die Jahrestagungen fort und diskutieren mit nationalen und internationalen Gästen spezifische Fragestellungen rund um Virtualität. Im Fokus stehen 2027 »Virtual Care«, 2028 »Artificial Worlds, Artificial Intelligence« und 2029 »In/Ex. Barriers in Virtual Worlds«. Auch die Distinguished Lecture Series führen wir weiter und begrüßen herausragende Wissenschaftler*innen, die ihre Forschung im Kontext einer geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Virtualitätsforschung verorten. Mit den Hochschulforen treten wir zu den Themen »Lebenswelt Universität« (2027), »Nachhaltigkeit« (2028), »KI und Virtualität« (2029) und »Möglichkeiten der Partizipation« (2030) in den Dialog mit der universitären und der außeruniversitären Öffentlichkeit.

Mit sechs neuen Teilprojektleiterinnen, drei neuen Teilprojekten und einer gestärkten Programmatik gehen wir diese Schwerpunkte im Verbund der UA Ruhr an.