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Algorithmische Zukünfte – bildungspolitische Gegenwarten (25.11.2026)

Neue Vortragsreihe »Virtual Literacy«

Am 25. November 2026 startet die neue Vortragsreihe »Virtual Literacy« im Sonderforschungsbereich 1567 »Virtuelle Lebenswelten«. Nina Grünberger (Universität Innsbruck) fragt, wie die Zukunft von Bildung angesichts technologischer Entwicklungen gestaltet wird? Denn bildungspolitische Programme fordern zunehmend neue Kompetenzen wie AI, Data und Platform Literacy. Dabei entwerfen sie Vorstellungen zukünftiger Anforderungen und setzen normative Maßstäbe. Grünberger untersucht, welche Zukünfte dadurch ermöglicht oder ausgeschlossen werden und wie sich technologische Orientierung mit der Offenheit von Zukunft als pädagogischem und gesellschaftlichem Gestaltungsraum verbinden lässt. Der Vortrag findet in Zoom statt.

26. Oktober 2026
Virtual Literacy I: Algorithmische Zukünfte

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Digitale Infrastrukturen sind längst nicht mehr bloß Werkzeuge, die zu Bildungszwecken oder innerhalb von Bildungsprozessen eingesetzt werden. Vielmehr prägen, konstituieren und transformieren sie Bildungsinstitutionen, pädagogische Praktiken sowie die Handlungsräume schulischer Akteurinnen. Auf diese Diagnose werden unterschiedliche Antworten formuliert: Einerseits wird ein vertieftes strukturelles Verständnis digitaler Technologien, ihrer Infrastrukturen und Machtverhältnisse eingefordert und in das Zentrum von Bildungsprogrammen gestellt. Andererseits entstehen zunehmend spezifische, teils neu konturierte Formen von Literacies, etwa AI Literacy, Data Literacy oder Platform Literacy.Auch bildungspolitische Programmatiken auf über-/nationaler Ebene tragen dazu bei, die Vorstellung zu verfestigen, auf technologische Entwicklungen stets mit neuen Kompetenzmodellen und Literacies reagieren zu müssen. Solche Educational Policies erfüllen eine Orientierungsfunktion: Sie machen Anforderungen sichtbar, strukturieren Bildungsangebote und versuchen, auf eine als unsicher wahrgenommene Zukunft zu antworten. Zugleich enthalten sie normative Setzungen. Indem sie bestimmte Kompetenzen als künftig erforderlich definieren, entwerfen und präfigurieren sie zugleich spezifische Vorstellungen wünschenswerter Zukünfte. Laufen wir Gefahr, dass offene, widersprüchliche und alternative Zukunftsentwürfe zugunsten eines vornehmlich an technologischer Anpassung, Verwertbarkeit und individueller Verantwortungszuschreibung orientierten Bildungsverständnisses in den Hintergrund tretener

Der Beitrag problematisiert die Notwendigkeit, Funktion und Reichweite von Educational Policies im Bereich ›digitaler Bildung‹. Diskutiert wird das Verhältnis zwischen der notwendigen Antizipation zukünftiger Anforderungen in Bildungskontexten und der Offenheit von Zukunft als pädagogischem sowie gesellschaftlichem Gestaltungsraum. Von Interesse sind dabei auch alternative Zukunftsentwürfe, die von etablierten, plattformökonomisch geprägten und proprietären technologischen Angeboten sowie deren inhärenten Logiken abweichen.

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Zur Vortragsreihe »Virtual Literacy«

Was bedeutet es, sich in virtuellen (Lebens-)Welten zurechtzufinden, sie zu verstehen und kritisch zu reflektieren? Virtual Literacy umfasst unterschiedliche Fähigkeiten und Praktiken, die den Umgang mit virtuellen Umgebungen prägen. Die interdisziplinäre Veranstaltungsreihe beleuchtet verschiedene Dimensionen des Virtuellen: von den Formen der Wahrnehmung und Wissensproduktion bis hin zu Fragen von Teilhabe und gesellschaftlicher Verantwortung. In der Vortragsreihe »Virtual Literacy« eröffnen Gäste aus unterschiedlichen Fachgebieten weitere Perspektiven und laden zur gemeinsamen Diskussion ein.