Ein Living Catalogue herausgegeben von Manischa Partowi, Annette Urban und Manuel van der Veen
Der Living Catalogue ist eine Online-Publikation, in der verschiedene Werke der Gegenwartskunst vorgestellt werden. Die Herausgeber*innen Manischa Partowi, Annette Urban und Manuel van der Veen fokussieren die dafür entwickelten künstlerischen Ausstellungspraktiken. Der Living Catalog ist über die Website des Sonderforschungsbereichs 1567 »Virtuelle Lebenswelten« zugänglich.

Auch für Künstler*innen stellt sich die Frage, wie Installationen physische Ausstellungsräume mit virtuellen Welten verschränken können und umgekehrt wie materielle Aspekte, Referenzen auf Lebenswelt und digitale Möglichkeiten miteinander zu verbinden sind.
Im Living Catalogue können Nutzer*innen durch 360°-Ansichten der Kunstwerke navigieren und so einen Eindruck von der immersiven Erfahrung in VR gewinnen. Der Living Catalogue bietet u.a. Einblicke in eine Inselszenerie, die Resultat eines kollektiven Worldbuildings ist, in eine Wüstenlandschaft, die aus verschiedenen Raumsimulationstechniken zusammengestellt wurde, oder in eine kühle Arena mit futuristischer Architektur und antiker Statue. Das sich stetig erweiternde Feld künstlerischer VR-Erfahrungen wird dabei anhand der Kategorien »Welt«, »Körper« und »Objekte« aufgeschlüsselt. Es entsteht, so machen es die textuellen Einordnungen deutlich, keine virtuelle Ausstellung, sondern vielmehr: ein Living Catalogue.
Jedes der im Living Catalog präsentierten Werke wird durch 360°-Videos repräsentiert und von umfangreichem Bildmaterial sowie Texten begleitet, die VR im Allgemeinen und die einzelnen künstlerischen Positionen im Besonderen näherbringen. Neben der Auseinandersetzung mit den Kunstwerken greift die Publikation auch in den aktuellen Diskurs um VR ein, in dem verschiedene Methoden erprobt werden, wie VR-Erfahrungen am Bildschirm vermittelt werden können. Wie verhält sich ein 360°-Screenshot zum Ganzen der VR-Erfahrung? Wie lässt sich die intensive körperliche Interaktion, wie sie für VR erforderlich ist, auf einer Website darstellen?
In Zusammenarbeit mit den Künstler*innen Akwasi Bediako Afrane, Banz & Bowinkel, Lena Biresch, Bianca Kennedy, Lauren Moffatt und Theo Triantafyllidis wurden 360°-Umgebungen und einzelne 3D-Objekte aus den virtuellen Welten extrahiert. Während die 360°-Umgebungen einen Eindruck von der Eingebundenheit der Rezipient*innen vermitteln, können die 3D-Objekte im Living Catalogue wie Skulpturen umrundet und von Nahem betrachtet werden. Dies ermöglicht eine genauere Auseinandersetzung mit den spezifischen Eigenschaften virtueller Objekte, die sowohl in der VR als auch im Ausstellungsraum präsent sind.
Der Living Catalogue ist als WebXR verfügbar und kann sowohl am PC, Smartphone, Tablet als auch via VR erkundet werden. Er dient der Wissenschaftsvermittlung und macht in der Kooperation verschiedener Teilprojekte und der Öffentlichkeitsarbeit des Sonderforschungsbereichs Virtuelle Lebenswelten die Forschung und ihre Gegenstände anschaulich und interaktiv zugänglich.
Im Februar 2026 präsentieren wir den Living Catalogue zusätzlich als Monthly Application. Im Xtended Room (GB 8|136) des SFB kann er in VR begangen werden.
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